Sugo di Stracotto – Italien pur!
Ich liebe Rezepte, die mit wenigen Zutaten auskommen und trotzdem so viel Tiefe entwickeln. Stracotto bedeutet übersetzt „zu lange gekocht“ – und das ist auch das ganze Geheimnis. Ein Stück gutes Rindfleisch wird mit etwas Gemüse, Tomaten und Wein stundenlang geschmort, bis es butterweich zerfällt. Kein Schnickschnack – nur reines, intensives Aroma, das mit der Zeit immer besser wird. Es ist eines meiner beliebtesten Gerichte, wenn ich viele Esser bekochen will und nicht viel Zeit in die Zubereitung investieren möchte.

Rezept für Sugo di Stracotto (für 4 Personen)
Zutaten
- ca. 800 g Rindfleisch (z. B. Schulterscherzel oder Wadschinken)
- 1 große Zwiebel, fein gehackt
- 1 Karotte, gewürfelt
- 1 Stange Sellerie, fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 150 ml trockener Rotwein
- 400 g stückige oder passierte Tomaten
- 1 Lorbeerblatt, 1 Zweig Rosmarin
- Salz, Pfeffer, Olivenöl
- etwas RInderbrühe
- Optional: ein Stück Parmesanrinde zum Mitkochen
Zubereitung
- Das Fleisch in grobe Stücke schneiden oder im Ganzen lassen – je nach Vorliebe. (Ich schneide es in größere Würfel, das verringert die Garzeit.)
- In einem großen ofenfesten Schmortopf reichlich Olivenöl erhitzen, das gewürfelte Gemüse scharf anbraten, bis es leicht zu bräunen beginnt.
- Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten.
- Das Fleisch dazugeben und ebenfalls gut durchrösten. Mit Rotwein ablöschen, dann die Tomaten hinzufügen. Lorbeerblatt und eventuell die Parmesanrinde dazugeben. Mit ca 1/8 l Rinderbrühe aufgießen, da beim Schmoren trotz Deckel Flüssigkeit verdampft.
- Alles zugedeckt im Ofen bei 150 °C etwa 2–3 Stunden schmoren lassen – oder so lange, bis das Fleisch zerfällt.
- Abschmecken, das Fleisch mit zwei Gabeln zerzupfen und mit Pasta (am besten Pappardelle) oder Polenta sowie frischem Parmesan servieren.
Tipp
Bei der Verwendung von Knoblauch und/oder Zwiebel scheiden sich die Geister des Öfteren. Warum verwende ich in diesem Rezept nur Zwiebel und keinen Knoblauch? Weil es tatsächlich einen Unterschied im Aroma der Speisen macht. In Italien gilt der Grundsatz, entweder oder…und das zu Recht! Viele traditionelle Rezepte setzen ganz bewusst auf eines von beiden, um den Geschmack klar und unverfälscht zu halten. Genau darin liegt das Geheimnis des authentischen, italienischen Aromas: Reduktion auf das Wesentliche – ohne zu überladen.
Am nächsten Tag schmeckt’s fast noch besser. Ich mache immer gleich die doppelte Menge und friere sie portionsweise ein. So habt ihr an stressigen Tagen oder wenn ihr keine Lust zum Kochen habt schnell ein wunderbares Essen zur Hand – nur noch Nudeln kochen, fertig.




